Eucharist – I Am The Void

Eucharist – I Am The Void
    Melodic Black Metal

    Label: Helter Skelter Productions / Regain Records
    VÖ: 25. März 2022
    Bewertung:7/10

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EUCHARIST sind zurück, ein Vierteljahrhundert nach Veröffentlichung ihres letzten Lebenszeichens „Mirrorworlds“ (1997). Gleich vorweg: Wer eine nahtlose Fortsetzung der starken 90er Jahre (Melodic)-Death- Relikte erwartet, wird seinen Ohren kaum trauen. Denn der neue Longplayer „I Am The Void“ wildert gewaltig in Black-Metal-Gewässern und taucht in finstere Gefilde ab.

Fast sechs Jahre sind nach der Fertigstellung der neuen Platte vergangen, die bereits 2016 aufgenommen wurde. Mittlerweile hat Drummer und Gründungsmitglied Daniel Erlandsson die Band verlassen, EUCHARIST-Mastermind Markus Johnsson führt das Projekt größtenteils in Eigenregie weiter. Und wird dabei bis auf Weiteres von MARDUK-Trommler Simon "Bloodhammer" Schilling unterstützt.

Der Opener „Shadows“ saugt uns ein in einen monströsen Mahlstrom, aus dem es im weiteren Verlauf des 76-minütigen (!) Tosens kaum ein Entrinnen gibt. Prasselnde Blast-Beats mahlen sich erbarmungslos ihren Weg in die ewige Leere. Tremolo-Riffs verschmelzen in einem schwindelerregenden Wirbel von Dunkelheit. Und mit bitterbösem Fauchen – und teils grausig hallenden Hintergrundstimmen – umhüllt uns Johnsson mit den dämonischen Schatten mythologischen Ursprungs, die er mit seinen Lyrics zu beschwören scheint ("Goddess of Filth (Tlazolteotl)", "Mistress of Nightmares", "Queen of Hades", "Lilith").

Die Sound-Transformation der Band wirkt wie ein infernalisches Ventil für Wut, Trauer, Verzweiflung. Bei aller Aggression schimmern aber auch ein ums andere Mal EUCHARISTs harmonische Wurzeln durch. Das melancholische Motiv in „In the Blaze of the Blood Red Moon“, das bedächtige Flüstern in „Nexion“ oder das fast schon groovige "Darkness Divine" – hin und wieder fallen ganz zaghaft Lichtstrahlen ein in den unbarmherzig-uferlosen Abgrund.



Fazit: EUCHARIST kleiden sich bei ihrem Comeback in ein schwarzes Gewand und überzeugen durch eine mitreißend-bedrohliche Melodic-Black-Komposition, die durch eine kompaktere Spielzeit aber noch eindrucksvoller nachgehallt hätte.

Tracklist von „I Am The Void“

1. Shadows
2. A Vast Land of Eternal Night
3. Goddess of Filth (Tlazolteotl)
4. In the Blaze of the Blood Red Moon
5. Mistress of Nightmares
6. Queen of Hades
7. Nexion
8. Where the Sinister Dwell
9. In the Heart of Infinity
10. Lilith
11. Darkness Divine
12. I am the Void

EUCHARIST Line-up

Markus Johnsson (Vocals, Guitars, Bass)
Simon “Bloodhammer” Schilling (Drums)