Beth Hart - A Tribute To Led Zeppelin

Beth Hart - A Tribute To Led Zeppelin
    Hard Rock

    Label: Provogue / Mascot Label Group
    VÖ: 25.02.2022
    Bewertung:keine

    BETH HART im Web


Blues-Röhre und Grammy-Gewinnerin Beth Hart ist eingefleischter LED-ZEPPELIN-Fan. Weil man deren Songs ihrer Meinung nach nur richtig wütend intonieren kann, musste erst die Corona-Pandemie kommen. Die hat Hart zwischenzeitlich so angepisst, dass sie sich letztlich in der Lage gesehen hat, ein ganzes Album voller Tribute-Songs einzusingen.

Das von Produzent Rob Cavallo (GREEN DAY, LINKIN PARK, MY CHEMICAL ROMANCE) und Doug McKean (GOO GOO DOLLS) schon seit Jahren geplante Projekt wurde mit prominenten Musikern wie Gitarrist Tim Pierce (BON JOVI, BRUCE SPRINGSTEEN), Bassist Chris Chaney (ROB ZOMBIE, JANE'S ADDICTION), Keyboarder Jamie Muhoberac (IGGY POP, THE ROLLING STONES) sowie Dorian Crozier und Matt Laug (ALICE COOPER) an den Drums eingespielt, während sich David Campbell (MUSE, AEROSMITH) um die orchestralen Arrangements kümmerte. Nur die Vocals fehlten noch.

Unter dem Banner BETH HART veröffentlicht, schlicht "A Tribute To Led Zeppelin" betitelt, verbeugen sich die Initiatoren, Beteiligten und die Sängerin selbst tief vor einer der wohl größten Rockband aller Zeiten. Ganz gleich, ob Gitarren, Bass, Drums oder die Orchestrierungen: Absolut professionell, aber frisch werden die legendären Nummern punktgenau in die heutige Zeit transportiert. Das Ergebnis bewegt sich nahe am Original, klingt durch die moderne Produktion und fast durchweg eingesetzte, mal zurückhaltende, mal ausladende Orchestrierungen aber fetter und pompöser, ohne den Songs ihren Charme zu nehmen – schön zu hören unter anderem in "Whole Lotta Love" oder dem ohnehin schon epischen "Kashmir".

Im funkigen "The Crunge", das noch nie zu meinen Favoriten gehörte, lässt Hart die röhrenden Facetten ihrer Stimme spielen. In zwei Medleys werden "Dancing Days" und "When The Levee Breaks" (gut) sowie "No Quarter" und "Babe I'm Gonna Leave You" (fantastisch!) zusammengefasst, die straighten "Black Dog" und "Good Times Bad Times" runden die Trackliste ab.

Über der opulenten Umsetzung thront Beth Hart mit ihrer rauchigen Stimme, die einem Robert Plant teils zum Verwechseln ähnlich ist. Mit einem ordentlichen Pfund in der Stimme setzt sie die rockigen Nummern um und zeigt beeindruckend, dass sie letztendlich in der passenden Stimmung war, um ihre Wut zu kanalisieren.

Doch auch die ruhigeren Stücke wie das unvermeidliche "Stairway To Heaven" oder der wunderbar entspannte "The Rain Song" scheinen wie für Hart geschrieben worden zu sein. Mal zerbrechlich, mal samtig einschmeichelnd bewegt sich ihre Stimme angenehm durch die Strophen, bis sie am Ende kraftvoll aus sich herauskommt. Welche Tonlage sie auch umsetzt, stets gelingt es voluminös und voller Leidenschaft.

LED ZEPPELIN wurden und werden hundert-, ach was, tausendfach gecovert. Spontan fallen mir zwei Interpretationen ein, die perfekt gelungen sind: "Stairway To Heaven", von MASTODON richtig schön heavy umgesetzt, und "Babe I'm Gonna Leave You" von PINK – wunderbar leidenschaftlich dargeboten und mit so einem grandiosen Gitarrensolo versehen, dass mich beim Schreiben eine wohlige Gänsehaut überkommt.

"A Tribute To Led Zeppelin" ist vom Ansatz her weder originell noch überraschend. Es ist ein leidenschaftlich umgesetztes Herzensprojekt von Beth Hart und dem Produzententeam. Und als solches sollte es auch verstanden werden.

"A Tribute To Led Zeppelin" Trackliste:

"Whole Lotta Love"
"Kashmir"
"Stairway to Heaven"
"The Crunge"
"Dancing Days / When the Levee Breaks (Medley)"
"Black Dog"
"No Quarter / Babe I'm Gonna Leave You (Medley)"
"Good Times Bad Times"
"The Rain Song"

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