Ein Songbook für Ukulele? Von den Ärzten (aus Berlin!)? Na klar, wer würde auch sonst auf so was kommen. Und so habe ich hier tatsächlich über dreihundert Seiten voll mit Ärzte-Songs für Gesang und Ukulelen-Noten vor mir. Und da ich immer mal Ukulele lernen wollte und so eine Kinderklampfe hier auch rumfliegen habe, gebe ich dem Teil mal einen Testlauf.
Allerdings stelle ich direkt fest: meine Finger sind zu wurstig oder die Ukulele ist zu klein. Mittlerweile habe ich mir bestätigen lassen können, dass meine Version tatsächlich für Kinder gedacht war – puh, schon mal keine Wurstfinger. Aber deswegen muss ich doch leider theoretisch an die Sache herangehen.
Das Buch (schicker Einband!) ist wie eine Mundorgel aufgemacht, hat so ziemlich alles, was man von den Berlinern kennt und natürlich eine Akkordtabelle für das viersaitige Instrument. Das Schöne daran: die Tabelle ist hinten und man kann sie ausklappen, hat also immer die Akkorde vor Augen, während man einen Song spielt. Allerdings sollte man in der Tat nicht zu kurzsichtig sein, da hier eben nicht nur zwei, drei sondern über 150 Akkorde (auf zwei Seiten!) aufgezeichnet sind. Also ganz so schnell lernt man das Instrument dann doch nicht nebenbei.
Und das ist auch ein wenig mein Kritikpunkt: mal ehrlich, wer braucht so was denn wirklich? Ich dachte, hier geht es eher um Spaß und darum, dass auch wirklich nur DIE ÄRZTE sich so was leisten können. Aber nach zwei Seiten Vorwort ist der Spaß auch schon zu Ende. Ich hätte mir z.B. Linernotes zu den Songs gut vorstellen können. Und wenn jemand vorher nicht schon Gitarre spielen kann, könnte ich mir die Songs teilweise auch schwer zu spielen vorstellen, da die allgemeine Einführung in „How To Play" doch eher kurz ausgefallen ist. Macht also Sinn, wenn man nicht ganz unmusikalisch hier herangeht.
Im Endeffekt ist das Ding halt nicht mehr als ein Songbook mit allen ÄRZTE-Songs – nur für Ukulele. Aber eben auch nicht weniger! Wer so ein Teil bereits hat und auch schon spielen kann, für den ist das hier eine echte Fundgrube. Für jemanden, der das Instrument grade erst beginnen möchte, bieten sich vermutlich andere Werke an. Aber es bleibt dabei: wer außer der ÄRZTE könnte eine so bescheuerte Idee tatsächlich umsetzen? Eben!