Prong - Zero Days Tipp

Prong - Zero Days
    Thrash Metal/Alternative

    Label: Steamhammer
    VÖ: 28. Juli 2017
    Bewertung:8/10

    Homepage von Prong


PRONG sind wie eine Badewanne mit drei Zuläufen: einen für Thrash, einen für Pop-Appeal und aus dem dritten kommt die geheime Zutat. Selbst im Vergleich zu den vorherigen zwei Alben hat Bandkopf Tommy Victor den Thrash-Hahn für „Zero Days“ bis zum Anschlag aufgerissen.

Auch „X – No Absolutes“ und „Ruining Lives“ waren keine leichte Kost. Aber das neue Album ist vielleicht das härteste, das PRONG in ihrer langen Karriere abgeliefert haben. Auf den sperrigen Opener „However It May End“ folgen zwei weitere, brachial-schnelle Songs, bevor es mit „Divide And Conquer“ zwar etwas eingängiger, aber nicht weniger brutal weitergeht.

Sind schlechte Zeiten verantwortlich für die neue Brutalität von PRONG?

Man sagt, dass schlechte Zeiten wenigstens für eines gut seien: die Kunst. Vielleicht ist die in dieser Konzentration ungewohnte Heftigkeit ein Abbild des gespaltenen, von einem mutmaßlichen Psychopathen geführten Landes, dem sich der US-Amerikaner Tommy Victor gegenüber sieht. So wütend klang er jedenfalls noch nie.

Dennoch ist modern klingender Thrash Metal auch auf „Zero Days“ nicht das einzige Element. Das Album ist deutlich weniger eingängig als der Vorgänger, doch auch hier gibt es wieder die typischen Ohrwurm-Refrains und Hits: Allen voran „Blood From Stone“ und „The Whispers“. Und auch in anderen Stücken flicht Victor wieder eingängige Elemente in die sperrigen Riffs.

Geheime Zutat und kleinere Abstriche

Und die geheime Zutat? Neben dem Kunststück, nah am Industrial zu sein, ohne Industrial zu spielen, sind es Tommy Victors eigenwillige Stimme und seine Art, Melodien zu schreiben, die man unter Tausenden erkennt.

Leider ist auch „Zero Days“ nicht frei von kleineren Durchhängern. Zum Ende des Albums verlieren die Songs an Spannung. „Self Rightous Indignation“ zum Beispiel will fies schleppend sein, kommt aber einfach nicht aus dem Quark. Das sind jedoch nur kleinere Abstriche, die man von einem unter'm Strich erneut sehr gelungenen PRONG-Album machen muss.

“Zero Days - Tour 2017”
13.07.Hamburg - Hafenklang
14.07.Münster - Sputnikhalle
26.07.München - Free&Easy Festival
27.07.Stuttgart - Keller Klub
28.07.Weinheim - Cafe Central
29.07.Essen - Nord Open Air
30.07.Siegen - Vortex
02.08.Potsdam - Waschhaus
04.08.Wacken - Wacken Open Air
05.08.Veltheim - Festival Kult
06.08.Köln - Rheinriot
09.08.Regensburg - Eventhall Airport
10.08.A-Graz - Explosiv
11.08.A-Wien - Viper Room
25.08.Sulingen - ReLoad Festival 

Helge

Death Metal, Thrash Metal, Black Metal: immer gerne. Kann ich den ganzen Tag hören. Die störrische Art, unpolitisch sein zu wollen, nervt mich aber an der Metalszene – dabei ist doch alles politisch, auch Schweigen. Für Musik mit Haltung zieht es mich immer wieder zum Punk, vor allem zu melodischem US-Punk und Riot-Grrrl-Sound. Gleichzeitig habe ich einen sweet spot für 80er-Hair-Metal und für vieles, was mich in den 90ern musikalisch sozialisiert hat.

Bands

Amorphis, Amyl And The Sniffers, Bad Religion, Brutus, Cinderella, Dool, Entombed, Gggolddd, Gorefest, Grave, Guns n' Roses, Hail Spirit Noir, Iron Maiden, King Buffalo, Megadeth, Mötley Crüe, My Dying Bride, Obituary, Prong, Sodom, Solbrud, Spectral Wound, The Great Old Ones, Valborg, War On Women, White Ward, ZZ Top, ...

Prägende Alben

AC/DC - Let There Be Rock
Aerosmith - live! Bootleg
Amorphis - Tales From The Thousand Lakes
Bad Religion - Suffer
Benediction - Transcend The Rubicon
Bruce Springsteen - Nebraska
Death - The Sound Of Perseverance
Don Dokken - Up From The Ashes
Eloy - Inside
Genesis - Trespass
Grave - You'll Never See
Guns n' Roses - Use Your Illusion I & II
Kyuss - Welcome To Sky Valley
Megadeth - Rust In Peace
My Dying Bride - The Angel And The Dark River
Ramones - Loco live
Sepultura - Arise
Sodom - Agent Orange
Tankard - Two-faced
Tool - Aenima
...