
Stil (Spielzeit): Indie/LoFi/Folk (38:28)
Label/Vertrieb (VÖ): Grand Hotel Van Cleef / Indigo (24.04.10)
Bewertung: 6,5 / 10
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BLUNT MECHANIC? Wie soll ich das denn übersetzten? Ist das in etwas dasselbe, was bei „Half Baked" der McGyver-Kiffer genannt wurde? Na egal, vermutlich werde ich wohl daneben liegen.
Und das zieht sich bei der Platte durch und durch. Daneben liegen. Seltsame Band? Keineswegs. Seltsames Soloprojekt von Ben Barnett, der (unter anderem) in der ersten Formation der THERMALS mitgespielt hat. Aber so richtig schwierig wird die Geschichte erst, wenn ich sie kategorisieren muss. Ich nenne das jetzt mal grob „Indie". Man könnte aber auch noch etwas Soul entdecken. Definitiv LoFi. Vielleicht sogar etwas Folk bzw. Anti-Folk? Punk? Ja alles ein wenig. Aber nicht wirklich greifbar.
Na, auf jeden Fall ist der Herr aus Seattle ein wenig abgedreht. Mit meinem „Half Baked"-Vergleich liege ich da irgendwie gar nicht so falsch: streckenweise klingt „World Records" ziemlich bekifft. PAVEMENT fallen mir ein. Aber auch ein wenig alte BRIGHT EYES, nur das hier nichts Weinerliches ist und der „Kaputt-Faktor" ziemlich hochgeschraubt wurde. Wenn BRAND NEW mal keine Lust mehr auf Einflüsse aus Hardcore, Punk und Emo haben, könnten sie ähnlich klingen. Alleine schon die Aufnahmen klingt, als wäre hier was schiefgegangen – LoFi eben. Aber Mr. Barnett hat dieses Werk auch so ziemlich alleine innerhalb von drei Jahren zusammengeschraubt – trotzdem unterstelle ich mal volle Absicht, was den Sound angeht.
Die Texte scheinen durchaus Glanzlichter zu sein, liegen mir aber nicht vor und erleuchten mich daher nur schwerlich. Und leider verhält sich das mit dem gesamten Album ähnlich. Ich kann zwar erkennen, dass es sich hier um ein individuelles Stück Musik von knarziger Genialität handelt – aber ich werde nicht vollends damit warm. Oftmals liegt es daran, dass sich die Stücke wie Kaugummi ziehen können – aber ich war auch nie großer PAVEMENT-Fan. Das ist mir über große Strecken einfach zu schleppend. Und nicht alles, was schräg ist, muss direkt gefallen. Vermutlich ein Album, das bei mir noch viel mehr Zeit bräuchte, um zu wachsen. Aber für's Erste habe ich es oft genug versucht. Wie gesagt, ich schätze mal, dass dieses Album anderen Menschen durchaus stärker seine Genialität offenbaren wird.