NettleCarrier – s/t

NettleCarrier s-t

Stil (Spielzeit): Black Metal (38:28)
Label/Vertrieb (VÖ): Indie Recordings (21.09.12)
Bewertung: 6/10

Myspace
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Wie es in Skandinavien des Öfteren üblich ist, sind manche Musiker nicht mit einer Band ausgefüllt und leben sich in Seitenprojekten, Solo-Kompositionen oder gleichgestellten anderen Bands aus. So geht es auch dem Trio von NETTLECARRIER, das noch aktiv oder schon passiv zum Beispiel bei KOLDBRANN, DJEVEL oder GORGOROTH unterwegs ist oder war. Nach drei Jahren des Bestehens werfen sie uns nun ihr Debüt vor die Füße.

Das Blut kocht vor Kälte. Bei dem Opener „The Boiling Blood" ist es schon zu Beginn am Siedepunkt angelangt. Dementsprechend wird auf nordische Art Holz in seiner urigen Form gehäckselt, die Motorsäge herausgeholt und kehliges Kreischen angestimmt.
Ein traditioneller Umhang wabert um die Songs, die mit trockenen Blasts aufwarten und deren Riffs die kühlen Weiten Norwegen gut repräsentieren.
„Naar Han Vaakner" setzt eher auf schleppende Riffs und klirrende Gitarren, die verschwimmend effektvoll kalt und böse klingen. Fast avantgardistisch kommen hier minimalistische Klänge zum Einsatz, so dass verstörend einsame Saiten niedergeschrammelt werden.

„Demoriel" fährt fiese Riffs auf, wie ich sie von 1349 oder AVERSE SEFIRA kenne, so dass auch in der zweiten Hälfte noch etwas Spannung aufkommt. Des Weiteren bauen die Jungs auch Grooves ein, und mit „Cup Of Lethe" folgt ein kurzes, fast punkiges Stückchen, wie es THE UGLY auf ihrem Debüt allerdings deutlich konsequenter umsetzen.

Alles in allem enthält das erste Werk von NETTLECARRIER alle wichtigen Merkmale einer norwegischen BM-Scheibe, die eher den Ursprüngen als modernem Bombast zugewandt ist. Dabei produzieren die Burschen aber leider zu wenig, was sich als hitverdächtig im Hinterkopf festkleben würde. In einer abseitigen Kneipe kann man „NettleCarrier" durchaus als einen Drink mit eisgekühlter schwarzer Tinte zu sich nehmen. Doch eine überraschende Geschmacksrichtung bekommt man eher weniger serviert als gute, klassische Nordmannskost.
Manuel

"Größtenteils harmlos."