
Stil (Spielzeit): Black Metal (40:24)
Label/Vertrieb (VÖ): Folter Records (02.10.2007)
Bewertung: 7/10
Link: http://www.hellsaw.at.tt
Auch im schönen Alpenland kann es zuweilen sehr düster zugehen.
Und auch hier sind es nur zwei Hauptpersonen, genannt Aries und Svart, die sich zur Live-Performance zwar verstärken, aber sonst den harten Kern von HELLSAW bilden. Nach einer Demo-Scheibe und einem Album kann nun die zweite Scheibe ihre Runden auf dem Platten-teller drehen.
Schroffer Klang von sägenden Gitarren, druckvolle Drums und hübsch böses Kreischen sind im ersten Moment nichts Neues, aber notwendige Bestandteile dieses Genres.
Doch in kurzen Augenblicken verschmelzen tiefe Männergesänge im Hintergrund mit der dunklen Atmosphäre dissonanter Melodien. Dazu hört man an mancher Stelle auch akustische Gitarren in Blast-Geballer eingebaut, ohne in mystische Folklore abzudriften.
Hier muss ich kurz auf den vierten Song „So far..." eingehen, der ein bisschen anders ist. Beginnend mit eben erwähnter Akustik werden Melancholie und harte Metall-Saiten kombiniert, was mich zuerst an „Fiddler On The Green" von DEMONS AND WIZARDS erinnert. Gewittergrollen und Regen im Hintergrund, und plötzlich geht die Melodie in schöne Dur-Klänge über. Doch im Nu wird es wieder unheimlich, als sich langsam die Männer vom Sägewerk heranschleichen. Und wieder eine Überraschung: Die folgende, langsam vorgetragene Melodie kommt mir vor ein liebliches Einschlaf-Lied - wären da nicht die verschwimmend, sägenden Klänge im Hintergrund. Mit immer schnelleren Drums dürfte die Einschlafwirkung auch nicht sehr effektiv sein. Und spätestens beim zweien Hören gefällt mir dieses Stück am besten, gerade wegen dieser unerwarteten Wendungen, die völlig ohne Gesang auskommen.
HELLSAW verwenden zwar keine synthetischen Klänge - zumindest keine hörbaren, und ein Keyboarder ist auch nicht aufgeführt. Doch attestiere ich den Österreichern eine starke Melodik, die bald tragisch getragen, bald aggressiv schnell fast aus dem Dunkel norwegischer Wälder kommen könnte. Dazu gibt es auch rockige Passagen à la neuere SATYRICON, doch wer sich weniger für symphonisches, sondern an untergründigem wie MÖRKER oder PARAGON BELIAL interessiert ist, dürfte hier nicht sehr enttäuscht werden.

Manuel
"Größtenteils harmlos."