Cross Up Yours – Holy Shit (EP)

Cross Up Yours – Holy Shit (EP)
    Black/Death Metal

    Label: Eigenregie
    VÖ: 06.06.12
    Bewertung:5/10

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Ein bärtiger Mann lebt im guten alten New York. Er spielt und spielte in verschiedenen Kapellen, die meistens mit Death Metal zu tun hatten. Vor zwei Jahren startete er dann sein eigenes Projekt, bei dessen Einspielung nur ein Trommler als Gast beteiligt war. Mit „Holy Shit" gibt es also eine erste Kostprobe, des Selfmademan.

Im Intro werden diverse Bibelzitate dargeboten von düsterer Atmosphäre getragen. Clever aus dem Kontext gerissen spricht er zum Beispiel von „...to destroy all flesh..." und dass alle auf der Erde sterben müssen – aus dem Buch Genesis. Dass der Spruch aus der Geschichte von Noah stammt, ist dabei egal. Aber lassen wir die Exegese und wenden uns der Mucke zu.
Weiter geht's also mit dem Titeltrack, der mit derben Riffs aufwartet, diabolisch krächzende Vocals präsentiert und dabei ganz schön Gas gibt. Als Gerüst gibt es wüstes Todesblei, das mit hintergründigen Keyboards einen düsteren Mantel umgelegt bekommt.
Insgesamt ist der super-dreckige Gesang ziemlich dominant, auch wenn der Gesamtsound druckvoll und genügend differenziert abgemischt ist. Da die Stimmlage kaum varriiert, könnte dies auf einem ganzen Album durchaus anstrengend werden.
Auch wenn von den drei Tracks keiner die vier Minuten überschreitet, entsteht durch die fast durchweg hohe Geschwindigkeit die Möglichkeit, komplexere Strukturen zu basteln. Rhythmisch vertrackt, stellenweise hymnisch melodiös und oft schräg bretternd sind die Songs nicht ganz simpel zugänglich.

„Son Of A..." enthält dann gegen Ende kurz handfeste Growls, kratzenden Klargesang und eines der Soli, die zwischen Thrash-Flitzerei und Harmonie-Suche wabern. Der harte Sound erinnert mich immer wieder an die deutschen Brutalos von MATHYR, wobei deren Klangfarben ein wenig abwechslungsreicher sind.
Ein böses, kleines Scheibchen hat sich der Herr aus den Staaten da ausgedacht, doch aufgrund der fehlenden Eingängigkeit heftet sich nicht allzu viel im Gehörgang an die Wand. Der Gehässigkeitsgrad von BEHEMOTH ist allerdings schon so gut wie erreicht. Wer auf angeschwärzte heftige Kost steht, kann sich einen kleinen Albtraum abholen, auch wenn auf Albumlänge gesehen das Ideen-Spektrum noch etwas erweitert werden könnte.
Manuel

"Größtenteils harmlos."