
Stil (Spielzeit): Death/Black Metal (42:29)
Label/Vertrieb (VÖ): Stay Heavy Rec. / Twilight (16.05.08)
Bewertung: 7/10
Link: http://www.myspace.com/sightlessmetal
Interessantes Cover. Von weitem eine Ungeziefer-Larve, die an ein Holzkreuz genagelt ist, von Nahem eher das Skelett eines merkwürdigen Tierchens mit drei Gebissen und einem langen Schwanz. Hinterlegt mit Pentagramm und rotem Feuer.
All dies interpretiere ich mal als Hinweise auf das Todesmetall mit schwarzen Anleihen, das SIGHTLESS mit ihrer neuen Scheibe abliefern. Die finnische Truppe war seit Mitte der Neunziger unter dem Namen WITHERED GARDEN bekannt, wobei bis kurz nach der Jahrtausendwende nach drei Promos nur ein Album heraussprang. Seit vier Jährchen läuft die Bande nun unter dem aktuellen Namen mit verändertem Line-Up und „Larvae Of Trinity“ ist ihr Erstling, der in meinem CD-Player rotiert.
In einem recht unspektakulären Intro soll also ein Wurm geboren werden.
Alsdann tritt die Larve hervor. In einem Kokon von hartem Todes-Geknüppel zeigt sich das Vieh, gespickt mit Blastbeats und deftigen Vocals. Dazu gesellt sich allerdings ein Refrain, der mit einem relativ melodiösem Umhang daherkommt und zumindest zum Mitsummen einlädt.
An die ab und an eingesetzte Kombination von harschem Gekreische und melodiösem Gesang, der aber im Hintergrund bleibt, muss man sich erst gewöhnen. Das hat etwas diabolisches, wirkt aber auf das erste Hören etwas irritierend. Ebenso wie die komischen Breaks am Anfang des zweiten Stückes oder der plötzliche Schluss in Titel Nummer drei, der im keyboardleeren Raum verschwindet.
Neben extremer Brutalität, die von einer starken Schießbude unterstützt wird, benutzen SIGHTLESS also auch kleine Besonderheiten zur Abwechslung oder zur Erregung von Aufmerksamkeit.
„Beauty Lies In Blasphemy“ gibt einerseits ein klares Statement hinsichtlich der textlichen Inhalte ab, andererseits fährt es ein mörderisches, eher langsames Riff auf, das jeden Nacken zum Schwingen bringt. Interessanterweise wird der Song zwischendurch mit einer Art Techno verfremdet, während ein Auszug aus dem biblischen Buch Ezechiel rezitiert wird.
Solistische Einlagen an den Streitäxten findet man übrigens selten, aber das ist bei diesem Aggressionslevel auch nicht unbedingt notwendig. Eine Ballade gibt es natürlich auch nicht, denn man hört eigentlich alles in mehr oder weniger hoher Geschwindigkeit. Vor allem Creativore an den Drums, der recht deutlich zu hören ist, zeigt all sein Können, was auch für Abwechslung sorgt. Aber trotz allem gibt es bis zum Schluss in „Fist Of Satan“ einach schwungvoll einen Schlag in die Fresse.
Es ist ziemlich heftig, was SIGHTLESS auf „Larvae Of Trinity“ zusammengeprügelt haben. Auch für Death Metal mit kleinen Anflügen der schwarzen Sorte ist es auf jeden Fall in der extremen Ecke anzusiedeln. Wem also Klänge wie ABORTED oder KATAKLYSM nicht genug sind, der kann zu dem noch abgefahreneren Sound von SIGHTLESS den Kopf gegen die Wand kloppen.

Manuel
"Größtenteils harmlos."