Goat Explosion - Threatening Skies Tipp

Goat Explosion - Threatening Skies

Bandname, Albumtitel und Artwork sind schonmal richtig cool und stechen aus dem everflowing stream der Veröffentlichungen hervor – also mal reingehört in GOAT EXPLOSION aus Leipzig, die mir bislang unbekannt waren. Zum Glück hat sich das mit deren zweiten Album “Threatening Skies” nun geändert. 

Metal-Pathos, abgeschliffen von etwas Stoner 

GOAT EXPLOSION servieren eine appetitliche Mischung aus epischem Heavy Metal und Doom – wobei das ganz große Pathos durch das ein oder andere Stonerlick auf ein erträgliches Maß abgeschliffen wird. “Threatening Skies” beginnt mit zwei stampfenden Brechern, die schonmal mit zwingenden Riffs und epischen Melodien aufhorchen lassen. Dann aber gehen die Leipziger in die Vollen und bringen mit dem elfminütigen “The Slumbering Judgement” den ersten von drei überlangen Songs. Hier können sie ihre Epik richtig auswalzen und unter Beweis stellen: trotz der Langstrecke verlieren sie nicht das Ziel aus den Augen, sondern basteln einen beeindruckend konsistenten Song. Ganz groß, wobei das direkt folgende “Sinking Shift” (15 Minuten lang) mein Highlight ist – der ruhige Mittelteil verbindet “The Rhyme Of The Ancient Mariner” mit MY DYING BRIDE und ist Gänsehaut pur, der folgende Uptempopart reines Metal-Gold. 

Gefährliche Schieflage im Gesang 

Es ist also schwer vorstellbar, dass es zu “Threatening Skies” zwei Meinungen gibt. Einzig der Gesang kann als Wermutstropfen durchgehen. Kann, denn: Er steht in Tradition dessen, was man gemeinhin wohl als kauzig bezeichnet und von Bands wie ACID BLADE oder MEGATON SWORD kennt. Für manche sicher die Kirsche auf der Sahne, für meine Ohren geht es einige Male dann doch zu sehr in die Schieflage. Schade, tut aber dem bärenstarken Gesamteindruck kaum einen Abbruch. Mehr bitte! 

Helge

Death Metal, Thrash Metal, Black Metal: immer gerne. Kann ich den ganzen Tag hören. Die störrische Art, unpolitisch sein zu wollen, nervt mich aber an der Metalszene – dabei ist doch alles politisch, auch Schweigen. Für Musik mit Haltung zieht es mich immer wieder zum Punk, vor allem zu melodischem US-Punk und Riot-Grrrl-Sound. Gleichzeitig habe ich einen sweet spot für 80er-Hair-Metal und für vieles, was mich in den 90ern musikalisch sozialisiert hat.

Bands

Amorphis, Amyl And The Sniffers, Bad Religion, Brutus, Cinderella, Dool, Entombed, Gggolddd, Gorefest, Grave, Guns n' Roses, Hail Spirit Noir, Iron Maiden, King Buffalo, Megadeth, Mötley Crüe, My Dying Bride, Obituary, Prong, Sodom, Solbrud, Spectral Wound, The Great Old Ones, Valborg, War On Women, White Ward, ZZ Top, ...

Prägende Alben

AC/DC - Let There Be Rock
Aerosmith - live! Bootleg
Amorphis - Tales From The Thousand Lakes
Bad Religion - Suffer
Benediction - Transcend The Rubicon
Bruce Springsteen - Nebraska
Death - The Sound Of Perseverance
Don Dokken - Up From The Ashes
Eloy - Inside
Genesis - Trespass
Grave - You'll Never See
Guns n' Roses - Use Your Illusion I & II
Kyuss - Welcome To Sky Valley
Megadeth - Rust In Peace
My Dying Bride - The Angel And The Dark River
Ramones - Loco live
Sepultura - Arise
Sodom - Agent Orange
Tankard - Two-faced
Tool - Aenima
...