DIE EULE IM BART DES JUDAS ist eine dieser Bands, die aus diversen Gründen schon mal ohne einen Ton gehört zu haben, auf gute Musik hoffen lässt. Dafür spricht, dass der Name gut ist, das Cover ist gut, die Songtitel klingen geil (ganz vorne ist „Steckt In dem Arbeitslosen Vielleicht Ein Kreativer") und der Schriftzug auch. Und dann kommt das selbstbetitelte Album auch noch auf 7" Vinyl raus, was wiederum für Geschmack spricht. Hallo? Was kann das schief gehen? Allerdings verwundert mich selbst ohne Mathe Leistungskurs die Anzahl der Songs und die Albumlänge...
„2,95" macht den Anfang und klingt so gar nicht nach typischem Punk Rock, sondern eher nach einer Art preiswertem Drogentrip. Dann knattert aber doch die Gitarre los, das Schlagzeug stolpert los und irgendein Typ schreit sich einen zusammen... ich verstehe kein Wort und schwupps ist der „Song" auch schon vorbei. Weiter geht es mit „Is mir Egal", hier verstehe ich den leicht angesäuselt klingenden Chor, der - wer hätte das gedacht- „Is mir egal" brüllt. Das folgende Keyboardriff (sagt man das so?) zum Song „Hau Dirn Buch auf den Kopp" ist einfach nur göttlich stümperhaft und wieder verstehe ich kein Wort. Ich vergewissere mich mehrmals, dass ich wirklich das eigentliche Werk höre und nicht eine Sammlung von Snippets... mittlerweile bin ich bei „Bauch Rein Brust Raus", verstehe gar nichts mehr, bin aber bestens unterhalten!
Songwriting sechs, setzen, soviel ist klar. Spaßfaktor eins, weitermachen, soviel ist ebenfalls klar. Mein Lieblingssong „Steckt In dem Arbeitslosen Vielleicht Ein Kreativer" schwankt irgendwo zwischen DEICHKIND und Farfisa Orgel Wahnsinn und überschneidet sich schon fast mit „Die Familie Kohl - Eine Deutsche Tragödie", ich glaube hier lautet der Text „Ich trink Bier...", egal, passt auf jeden Fall gut dazu. Grindcoresongs sind gegen die Lieder von DIE EULE IM BART DES JUDAS ausschweifende Waschweiber mit epischen Songs. DIE EULE IM BART DES JUDES sollten sich mal mit EHRENMORD kurzschließen, außer dass ich eben kaum etwas verstehe. Das stört mich aber nicht, der Krach haut rein und lädt zum Abreagieren rein. Ansonsten null inspirierend, an den Instrumenten jetzt keine Genies und mehr soll es wohl auch nicht sein.
Wenn DIE EULE IM BART DES JUDAS statt der Platte ... hat der eben „Fickt euch" gesungen? ... einfach vier „normale" Songs gestrickt hätten, wäre es besser gewesen, aber nur halb so lustig. Die Typen sitzen wahrscheinlich seit Anfang des Jahres manisch lachend in ihrem Proberaum und können es nicht fassen, dass sie eine Plattenfirma gefunden haben. Na ja, immerhin haben sie jetzt „Kleingeld Fürn Kiosk".
Wirklich empfehlen kann man das nicht, aber weh tut die Platte auch nicht und ist als Erweiterung für die Kuriositätensammlung auf jeden Fall geeignet. Kann man hören, wenn man vor dem Ausgehen noch ein Bier ziehen oder irgendwas kaputt hauen will. Ist das ein neuer Trend?
Wirklich empfehlen kann man das nicht, aber weh tut die Platte auch nicht und ist als Erweiterung für die Kuriositätensammlung auf jeden Fall geeignet. Kann man hören, wenn man vor dem Ausgehen noch ein Bier ziehen oder irgendwas kaputt hauen will. Ist das ein neuer Trend?