Stil (Spielzeit): Thrash Metal (78:02)
Label/Vertrieb: Battlegod Prod./Twilight
VÖ: 24.10.08
Bewertung: 4,5/10
Link: http://www.blackreignmetal.com.au
Das sieht aus wie ein Computerspiel – war mein erster Gedanke – und die Grafik hätte besser sein können. Aber da es eine Musik-CD ist, muss es wohl aufgrund des martialischen Kriegers mit Schwert in der Hand lupenreiner Power-Metal sein.
Alles falsch geraten. Aus dem Land der Kängurus kommen BLACK REIGN und spielen seit ihrem Bestehen von schon fünfzehn Jährchen Thrash Metal. In dieser langen Zeit gaben sich die Musiker die Instrumente in die Hand, so dass auch nur zwei Demos und mit „Sovereign“ erst das zweite Album aus der Presse kommen.
Der Opener zeigt mit seinen über acht Minuten schon einmal den Grund für die lange Spielzeit an. Dabei fällt es mir aber auch schon schwer, die Beschreibung auf den Punkt zu bringen.
Der Sound ist recht traditionell, mit wenig Drumherum hört man meist die klassische Rockbesetzung, die neben thrashigem Rhythmusgeholze auch ein bisschen Solieren dazupackt. Doch mit ein paar Breaks ist es leider nicht getan. In dem über neun Minuten langen Titeltrack machen tragische Streicher das Intro, bis der Rest der Truppe einsetzt. Bei dieser Länge werden zwar mit Akustikklampfe und Celli neue Klänge eingebunden, was aber nicht gegen eine Kaugummi-Analogie spricht. Die Fäden werden durch den einen Gehörgang hineingezogen, verharren kurz aufgrund eines interessanten Riffs, und flutschen auf der anderen Seite wieder hinaus, ohne dass ich viel gemerkt habe.
Leider kann ich dem Gesang vorwiegend nur guten Willen attestieren. Das Shouten ist meist ganz okay, auch wenn es ab und zu ein bisschen kraftlos daherkommt. Cleane Vocals sind zwar immer ein willkommenes Mittel zur Abwechslung, aber dann bitte richtig. Bei einigen Passagen liegt mein zittriger Finger auf der Skip-Taste, bei anderen chorischen Abschnitten geht das Gruppengrölen in Ordnung.
„The Edge Of The Universe“ hält den Rekord mit beeindruckenden zwölfeinhalb Minütchen, und wo ich gerade etwas von ‚ohne Gesang’ schreiben wollte, kommt kurz vor Schluss doch noch eine Kleinigkeit, die man eigentlich fast nicht zu erwähnen braucht.
Dass die Herren Australier mit ihren Instrumenten umzugehen wissen, zeigen sie durchaus in ihren Soli, Fills und Breaks. Bei ihrer Ausführlichkeit sind kleine Ungenauigkeiten verzeihbar, da leider in meinen Augen das Gesamtbild unspektakulärer ist als ein tanzender Koala im Känguru-Beutel.