
Stil (Spielzeit): Oldschool Thrash (46:26)
Label/Vertrieb (VÖ): Pestilence Records (24.07.2006)
Bewertung: 4/10
Link: http://www.darklegions.se
Wirklich oldschooligen Thrash spielen die Schweden von DARK LEGIONS. Und wenn ich oldschool sage, dann meine ich oldschool. Das, was auf dem Debütalbum "Satänic Deströyer" geboten wird, erinnert an VENOM Anfang der 80er. Eine Homage an jene Helden hat man dann auch mit dem Song "Venom (We´ll Drink Tonight)" im Gepäck. Die Produktion ist zwar Dank des technischen Fortschritts besser als vor 20-25 Jahren, aber ebenso roh und rauh. Umlaute a la MOTÖRHEAD im Albumtitel sollen wohl auf die rotzig simplen Riffs hindeuten.
Da haben sich wohl vier gefunden, geschwind sich ein "evil" Synonym, namentlich Dark, Pest, Legion und Vomit, zugelegt und nach reichlichem Genuss des Vorbilds im Proberaum gejammt. Songtitel wie "Sons Of Hell" oder "Pentagram" machen klar, dass man sich auch textlich bei VENOM anlehnt. Tempomässig bleibt man über weite Strecken im gediegenen Midtempo. Gesanglich bietet sich eine Mischung aus Thrash- und Blackmetal-Gesang dar, ist aber nicht so kultig wie der von VENOM`s Cronos. DARK LEGIONS machen selber auf der Rückseite der CD mit dem Statement "True Metal is evil and evil is forever" klar, was bei ihnen Programm ist. Fast schon verwunderlich, dass es das Album auf CD gibt und nicht der Plattenspieler oder das Kassettendeck bemüht werden müssen. Das CD-Cover mit den vier computeranimierten Protagonisten (?) ist in diesem Kontext mehr als untrue.
Insgesamt klingen die Songs auf "Satänic Destroyer" recht ähnlich und folgen immer demselben Schema. Auch an den Instrumenten bleibt man eher simpel, so dass mir das Vorbild besser gefällt. Also alles schonmal gehört. Sage und schreibe sieben Gastmusiker hat man sich hierzu noch ins Boot geholt. Von denen ich aber bis auf den zwei Bonussongs nicht wirklich etwas wahrnehme, geben sie doch keine hörbar anderen Impulse. Für Fans der alten VENOM (die sich ja auch heutzutage nicht weit davon entfernt haben) eine Empfehlung, ist man doch immerhin eine exzellente Kopie. Nicht dass man mich falsch versteht, die Platte ist gut hörbar, aber alle anderen, außer "true" oldschool Fans, haben nichts verpasst. So kann man, meiner Meinung nach, über zwanzig Jahre musikalischer Entwicklung nicht einfach ignorieren.