Rock / Hard Rock Reviews
Rock und Hard Rock Rezensionen, Meinungen und Kritiken
Papir - VI
Wer schon einmal bei einer Jam-Session vorbeigeschaut hat, weiß, wie unbeschreiblich das Gefühl nicht nur für Zuschauer sondern auch für Musiker ist: Wenn ein Musiker beginnt, hypnotisch einen Loop zu spielen, immer mehr Leute einsetzen und sich das erst gleichförmige Konstrukt verändert, dynamisch wird, ein Eigenleben entwickelt und sich nach und nach jeder ein wenig mehr traut.
Tryer - Ei Kuole Koskaan

- Melodic Punk, Heavy Metal, Thrash Metal, Hardcore
Label: Suicide Records
VÖ: 12.04.2019
Bewertung:
Dass die Finnen zumindest musikalisch ein Rad ab haben, war schon länger bekannt, doch was man hier mit TRYER zu hören bekommt, wird dann doch selbst den einen oder anderen überraschen. Ob im guten oder im schlechten Sinne – da gehen die Meinungen wohl stark auseinander.
Tempel - s/t Tipp
KVELERTAK – eine Band, die seit dem Debütalbum begeistert, fasziniert und sowohl auf Platte als auch live die Menschen mit sich reißt. Wenn sich also ein Mitglied ebendieser Band dazu entscheidet, ein weiteres Seitenprojekt zu starten, kann doch nur Fantastisches dabei herauskommen – oder nicht?
Mötley Crüe - The Dirt Soundtrack
Obwohl sie an Silvester 2015 ihr letztes Konzert spielten, sind MÖTLEY CRÜE nicht totzukriegen. Am 22. März 2019 veröffentlicht Netflix exklusiv das auf der gleichnamigen Biografie von 2001 basierende und mit Spannung erwartete Biopic "The Dirt", zu dem die Glam Rocker auch einen Soundtrack beisteuern, der gleich vier neue Tracks enthält.
Spidergawd - V
Die gerissenen Norweger von SPIDERGAWD sind zurück mit einem neuen Album, dem fünften um genau zu sein, das sie – so kreativ wie eh und je – “V” genannt haben. Darauf festigen sie ihren bereits auf den Vorgängeralben angekündigten musikalischen Weg.
Skraeckoedlan - Eorþe
U-Boote, Monokel, Ku-Klux-Klan, Kraken und Mammuts vereint im Stil der 1920er Jahre klingt zu abgedreht? Für die schwedische “Fuzzience Fiction Rock” Band SKRAECKOEDLAN nicht, weshalb sie sich von dem Science Fiction Autor Nils Håkansson hat inspirieren lassen und nun ihr nächstes ausgefallenes Album “Eorþe” veröffentlicht, das den kreativen Köpfen genug Raum lässt, um etwas eigenartig Einzigartiges zu schaffen.
Komodor - s.t. (EP)
Es sind nach wie vor gute Zeiten für Retro-Rock. Die Franzosen KOMODOR, die mit der gleichnamigen EP ihr erstes Lebenszeichen abgeben, wildern noch ein bisschen tiefer in der Vergangenheit als die Heerscharen an 70er-Jüngern: Den vier Songs ist auch eine gewisse Neigung zu den 60er Jahren anzumerken.
Kizu - Kizuato (EP) Tipp
Ein Musikvideo kann häufig die halbe Miete sein. Die ungezähmte und pure Energie, mit welcher die japanische Visual-Kei-Band KIZU in ihren Promotionsfilmen performt, ist unheimlich intensiv und lässt das Adrenalin förmlich durch den Körper schießen. Wer solch mitreißende Videos produziert, muss allerdings auch musikalisch abliefern können. Etwas, das bei der letzten EP "Kawazu“ jedoch nur streckenweise der Fall war. Die dritte EP der Formation "Kizuato“ schickt sich nun an, einiges wieder gutzumachen.
Chris Cornell - self (Boxset) Tipp
2017 war ein rabenschwarzes Jahr nicht nur für die Rock-, sondern die gesamte Musikgeschichte. Am 17.05. wurde Chris Cornell, Solokünstler und Sänger von SOUNDGARDEN, TEMPLE OF THE DOG sowie AUDIOSLAVE, im Alter von nur 52 Jahren tot aufgefunden. Er hatte sich erhängt. Nur wenige Wochen später beging sein guter Freund und Patenonkel von Cornells Tochter Tori, Chester Bennington (LINKIN PARK), ebenfalls Selbstmord.
Kizu - Kawazu (EP)
Und der nächste Streich folgt sogleich. Nur eine Woche nach der Veröffentlichung der Debüt-EP "Oshimai“ sorgt das Münchener Label Gan-Shin Records für Nachschub aus dem Hause KIZU. Die zweite EP des Quartetts, "Kawazu“, ist seit letztem Freitag europaweit erhältlich und bietet dem geneigten Hörer einmal mehr vier frische Tracks aus dem Land der aufgehenden Sonne.
Jon Spencer - Spencer Sings The Hits
New York – die Stadt der Träumer, des City-Feelings und des wahren Undergrounds. In diesen anonymen Straßen einer riesigen Stadt tummeln sich so einige seltsame, skurrile als auch verrückte Gestalten. Eine davon: JON SPENCER. Dabei hatte sich JON SPENCER in seiner ganzen musikalischen Karriere bereits von einer unbekannten grauen Maus zu einer absoluten Underground-Rock-Legende der lokalen Szene gespielt. Sein Mix aus Rockabilly, Garage Punk, Rhythm, Blues und Sci-Fi Industrial ergibt definitiv ein erwähnenswertes Gesamtbild, das nicht unkommentiert bleiben darf.
Kizu - Oshimai (EP)
Die japanische Rockband KIZU hatte sich zu ihrem Debüt etwas ganz Besonderes ausgedacht. Anstatt sich auf die Zugkraft geschickt inszenierter Bandfotos und Teasertrailer zu verlassen, haben die Japaner einen simplen Flyer samt Telefonnummer veröffentlicht. Wer es in die Leitung schaffte, durfte der damals noch völlig unbekannten Band von seinen ganz persönlichen Problemen berichten – quasi eine Kummerkastenhotline für Fangirls. Mit beachtlichem Erfolg, denn inzwischen ist auch das renommierte Zepp Tokyo nicht mehr vor dem Quartett sicher.
Leader Of Down - Cascade Into Chaos
Wieder mal was Neues aus dem Dunstkreis um Lemmy: LEADER OF DOWN war die Band des ehemaligen MOTÖRHEAD-Gitarristen Würzel, der bis zu seinem Tod 2011 zusammen mit Bassist Tim Atkinson und Drummer Steve Clarke (ex-FASTWAY) an Material arbeitete.
The Wizards – Rise Of The Serpent
Wie aus dem Nichts tauchten THE WIZARDS letztes Jahr auf und lieferten mit ihrem Album „Full Moon In Scorpio“ eine rotzfreche, räudige Rockplatte ab. Zwar hatte die Band zuvor schon ein Studioalbum produziert, doch erst das bockstarke Zweitwerk führte zu internationalen Begeisterungstürmen. Knapp anderthalb Jahre später liegt mit „Rise Of The Serpent“ bereits das Nachfolgewerk vor. Also nochmal von vorne: Lautstärkeregler nach rechts und ab dafür!
Northward - s/t Tipp
Floor Jansen hat die einjährige Pause ihrer Symphonic-Metal-Band NIGHTWISH genutzt. Statt einfach nur auf der faulen Haut zu liegen, hat die Gesangskünstlerin in Kooperation mit PAGAN'S MIND-Gitarrist Jorn Viggo Lofstad gleich ein ganzes Album eingezimmert. Die musikalische Ausrichtung des NORTHWARD betitelten Projektes? Geradliniger Hard Rock in der Tradition der FOO FIGHTERS und ALTER BRIDGE. Und siehe da – der Sprung aus der Komfortzone kann sich durchaus sehen lassen.
Royal Tusk - Tusk II
ROYAL TUSK klingen zwar sehr direkt, trotzdem ist ihre Musik schwer in ein Genre einzuordnen. Das zweite Album „Tusk II“ klingt vor allem energiegeladen. Mit dem dicken Sound und der Affinität zu catchy Melodien, die fast jeden Refrain zum Ohrwurm machen, klassifiziere ich die Mucke der Nordamerikaner einfach mal als Modern Rock.
Vederkast - And In The Abyss They Sleep Tipp
Erst ist alles still. Ein paar Vögel schrecken auf und fliehen, jetzt bist du ganz allein. Kleine Schaumkronen bilden sich auf den Wellen der unendlichen Weite des gigantischen Ozeans, die anwachsen und mit zunehmender Geschwindigkeit auf die Felsen donnern. Dunkle Wolken bilden sich und rücken zusammen, machen dicht, lassen kein Blau durchscheinen. Auch das Meer färbt sich dunkelgrau und der Wind kämpft mit einer Kraft, die nicht zu bändigen ist und feuert sich selbst an mit seinem tosenden Geheule. Du bist doch nicht einsam, eine einsame, zerrissene Seele steht am Rand der Klippe, hält gegen die Naturgewalt an, ballt die Fäuste und schreit, nein, singt, bis die Worte eins werden mit dem endlosen Grau.
Ghostmaker - Voices From Suite 27 (EP) Tipp

- Alternative Nation / Blues Rock / Noise Rock / Indie Rock
Label: self-released
VÖ: 07.09.2018
Bewertung:
Erst vor Kurzem kam die Berliner Noise Rock Band GHOSTMAKER mit ihrem Album „Buzz“ um die Ecke, das für mich nicht nur ein unfassbar gutes Album darstellte, sondern mich auch wirklich zum GHOSTMAKER-Fan gemacht hat. Wie schön also, dass die Jungs nicht lange auf sich warten lassen und zur Überbrückung zum nächsten Album eine EP für uns bereitgestellt haben: „Voices From Suite 27“.
Johnny Firebird - Wide Awake
Die heutige Gesellschaft ist unzufrieden. Sie beginnt, sich in links und rechts zu spalten – als ein Wettrüsten beider Seiten kann man das fast schon bezeichnen und zugegebenermaßen, es ist beängstigend. JOHNNY FIREBIRD haben es sich zur Aufgabe gemacht, die politisch linke Seite zu unterstützen und durch ihre Musik und ihre Texte wieder Moral unter die Menschen zu bringen und natürlich auch ihre Meinung kundzugeben.