Hot Shot Records existiert seit rund 35 Jahren und gehört zu den größten, unabhängigen Plattenläden in Europa. Oft finden hier Signing-Sessions mit bekannten Musikern statt, zudem ist das Geschäft auf zahlreichen Festivals vertreten (Wacken, Summerbreeze, SwedenRock, Hellfest, Brutal Assault und weitere). Unter Sammlern und Musikern genießt das von Norbert Fecker und Volker Sieberg mit viel Liebe geführte Geschäft einen hervorragenden Ruf.
Über eine Million Euro Schaden
Umso größer der Schock, als im November beim Außenlager des Unternehmens an mehreren Stellen Wasser durchs Dach eindrang. Als der Schaden entdeckt wurde, waren bereits rund 70.000 Tonträger, darunter wertvolle Raritäten und geschichtsträchtige Liebhaberstücke, nicht mehr zu retten. „Alles beschädigt, aufgequollen, zerstört. Der Schaden beläuft sich auf über eine Million Euro“, schreibt Geschäftsführer Norbert Fecker in seinem Spendenaufruf.
Was bleibt, ist mehr als ein finanzieller Verlust. Es ist das Gefühl, dass das, was wir mit Herzblut und Leidenschaft aufgebaut haben, von jetzt auf gleich zerstört ist. Aber wir sind noch da!
Wie Norbert Fecker weiter erläutert, habe die Versicherung des Vermieters die Regulierung des Schadens in einem ersten Schritt abgelehnt. Daraufhin hat Hot Shot Records Klage eingereicht. Norbert Fecker und Volker Sieber sind überzeugt, dass sie Recht bekommen werden. Doch wann es ein Urteil geben könnte, weiß niemand.
Was fehlt, ist die Brücke zwischen heute und der juristischen Klärung. Und diese Brücke möchten wir mit Euch bauen, denn wir glauben an Community, an unabhängigen, konzernfreien Handel mit Leidenschaft und Handschrift. Wir glauben an Musikliebhaber und Sammler, an DJs und Musiker, die wissen, dass Kultur mehr ist als nur ein Algorithmus.
Über die Website GoFundMe um Hilfe zu bitten (den Spendenaufruf von Hot Shot Records findet Ihr hier), ist Norbert Fecker und Volker Sieberg nach eigener Aussage nicht leichtgefallen. Und auch das ausgegebene Spendenziel von 200.000 Euro sehen die Betreiber selbst als „wahrscheinlich viel zu ambitioniert“ an. „Doch bis zu einer Klärung kann es sich ewig hinziehen, und wir müssen versuchen, bis dahin unsere Fixkosten zu stemmen und zudem Neuware zu ordern, damit wir überhaupt so lange überleben können“, erklärt Norbert Fecker die schwierige Situation.
Beispiellose Solidarität
Für die Solidaritätsbekundungen aus ganz Deutschland ist Norbert Fecker mehr als dankbar. „Es kommen täglich die unterschiedlichsten Menschen auch direkt zu uns ins Geschäft, um ihre Spende persönlich abzugeben.“ Nach weniger als einer Woche sind bei GoFundMe etwa 28.500 Euro zusammengekommen, bislang haben rund 600 hilfsbereite Musikfans Beträge zwischen 5 und 100 Euro beigesteuert. Der höchste eingezahlte Einzelbetrag liegt bei 500 Euro. Norbert Fecker:
Ich habe leider keine besonders langen Arme, sonst würde ich sämtliche Unterstützer am Liebsten auf einmal umarmen! Die Hilfsbereitschaft, die wir gerade erfahren, ist beispiellos und zeigt den Zusammenhalt der Szene. Ich bin wirklich vollkommen geflasht! Dankeschön!
