Geschrieben von Mittwoch, 20 Mai 2026 15:35

KING BUFFALO in der Markthalle Hamburg: Hypnose im Sitzen

KING BUFFALO - Starker Auftritt in Hamburg mit sitzendem Sean McVay KING BUFFALO - Starker Auftritt in Hamburg mit sitzendem Sean McVay Fotos: Heiko Becker

Es gibt Abende, die brauchen kein großes Vorprogramm, um eine dichte Atmosphäre aufzubauen. KING BUFFALO verzichteten am 11. Mai in Hamburg auf eine Vorband und ließen stattdessen von der ersten Sekunde an ihre eigene Klangwelt sprechen. Die insgesamt knappe 90-minütige Show war ein Musterbeispiel dafür, wie moderner Psychedelic und Stoner Rock klingen muss: repetitiv, druckvoll und zutiefst einnehmend.

Besondere Umstände, gewohnte Intensität

Eine Besonderheit prägte den optischen Eindruck des Abends: Sänger und Gitarrist Sean McVay musste die Show verletzungsbedingt im Sitzen bestreiten. Wer jedoch befürchtete, dass dies der Energie des Auftritts einen Abbruch tun würde, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Im Gegenteil: Die sitzende Position verlieh der Performance fast schon eine zusätzliche, meditative Note, während McVay seine komplexen Riffs und Hall-getränkten Vocals mit der gewohnten Präzision lieferte.

Das Trio bewies einmal mehr, dass es zu den technisch versiertesten Vertretern seines Genres gehört. Ohne viel Ablenkung fraßen sich die Songs Schicht um Schicht in die Gehörgänge des Publikums, das sich sichtlich bereitwillig auf diese Reise mitnehmen ließ.

Die Setlist: Ein Trip durch die Diskografie

Die Songauswahl des Abends präsentierte sich als eine wohlüberlegte Balance zwischen ausladenden, hypnotischen Passagen und druckvollen, treibenden Momenten. Nach dem regulären Set kehrte die Band für eine Zugabe zurück, die den Abend stimmig abrundete.

Fazit: KING BUFFALO haben in Hamburg gezeigt, dass wahre Intensität nicht von der physischen Bewegung auf der Bühne abhängt, sondern von der Wucht und Qualität der Kompositionen. Ein bärenstarker Auftritt in einer entspannten Markthallen-Atmosphäre.

Setlist:

  1. Silverfish
  2. Grifter
  3. Mammoth
  4. Eye
  5. LTBTM (Long Tailed Black Thing)
  6. Balrog
  7. River
  8. Cent (Centurion)
  9. Loam
  10. Cerberus
Heiko

Moin!
Ich bin Heiko Becker, Schleswig-Holsteiner von Geburt und seit vielen Jahren Wahlberliner. Musikalisch bin ich in den frühen 90ern groß geworden, mitten im Grunge und in dieser „angezerrten” Gitarrenmusik, die damals alles auf den Kopf gestellt hat. Nirvana, Guns N’ Roses, AC/DC, Pearl Jam, Foo Fighters, Machine Head, Pantera, Slayer, Metallica, Paradise Lost und Sick Of It All haben mich geprägt und lassen mich bis heute nicht los. Dazu kommen Rap, Hip-Hop und Songwriter, die mich genauso packen, solange die Musik handgemacht ist und etwas in mir auslöst.

Jahrelang habe ich mir als ganz normaler Besucher den Staub oder Schlamm von Roskilde, Wacken, Hurricane und Dynamo Open Air aus den Klamotten geschüttelt. Seit 2024 stehe ich dort endlich auf der anderen Seite des Grabens: als akkreditierter Fotograf, direkt vor der Bühne, mit der Kamera im Anschlag.Genau da fange ich Momente ein, die man nicht planen kann und die man nie wieder vergisst.

Für mich ist Musik vor allem eins: Gefühl. Ob mittendrin im Publikum oder hinter dem Sucher, am Ende zählt, dass sie unter die Haut geht und hängen bleibt.