Mut zu Mayhem
Aber man wird ja älter und weiser? Und so habe ich mich vor zwei Wochen zu MAYHEM zusammen mit MARDUK und IMMOLATION auf einer gemeinsamen Tour in Herford gewagt. Auch davor hatte ich eine gehörige Portion Respekt, zu verrückte und abgedrehte Geschichten hat man ja schon über MARDUK- und MAYHEM-Shows und deren Frontmännern Attila beziehungsweise Mortuus gehört.
Doch so wild war es dann doch nicht. Ja, es war wüst, chaotisch und es wurde durchgehend geballert, aber im Endeffekt war es ein positives Ereignis. Und so wage ich mich, nachdem ich mir etwas aus dem MAYHEM-Backkatalog zu Gemüte geführt habe, an ein Review ihrer aktuellen Scheibe „Liturgy Of Death“.
Nach einem kurzen Intro geht es mit „Ephemeral Eternity“ direkt wild los. „Despair“ setzt auf wilde Wechsel zwischen Kreischen, Fauchen und choralem Gesang und tritt bei der musikalischen Vertonung nicht ein Mal auf die Bremse. Die etwas ruhigeren Parts kommen dann erst beim sehr abwechslungsreichem „Weep For Nothing“ zum Vorschein. Und im Großen und Ganzen halten sich MAYHEM an genau diese Grundformeln. Hier und da lassen sie immer mal wieder andere musikalische Anleihen durchblitzen, kehren aber immer wieder zu ihrer typischen Gangart zurück.
Das Break in „Realm Of Endless Misery“ könnte man auch in einem total abgedrehten Doomsong finden. „Propitious Death“ bedient sich einiger reitender Riffs aus dem True-Metal-Bereich, nur um Sekunden später wieder in ein infernalisches Geknüppel auszuarten. Mit dem Bonustrack und gleichzeitigen Vorabvideo „Life Is A Corpse You Drag“ legen die Jungs nochmal mit einem klassischem MAYHEM-Song nach, bevor das sehr abwechslungsreiche Album endet.
Fazit
Man sehe es mir nach, dass ich mich nicht in den kompletten MAYHEM-Backkatalog eingehört habe. Ich bin dennoch der Meinung, dass die Black-Metal-Institution ein durchweg gutes und abwechslungsreiches Album abgeliefert hat. Und als kleinen Bonus kann ich euch mitgeben: Seht euch die Band mal live an, großartige theatralische Show.
