Die Initialzündung zur Reunion nach längerer Pause stellte 2014 ein exklusiver Gig zum 20-jährigen Jubiläum des Debüts „No Hope For Tomorrow“ dar. Danach wurde wieder gemeinsam geprobt und komponiert. Doch erst nach der Pandemie machte die Band Ernst.

„Wir haben dann wie früher am Wochenende geprobt, uns die Zeit genommen und die Ideen gemeinsam ausgearbeitet. Das Album habe wir dann im DIY-Modus im Proberaum Stück für Stück aufgenommen und alles am Ende bei mir zuhause gemischt“, fasst Lars Groß, zwischenzeitlich auch Live-Gitarrist bei den befreundeten MOTORJESUS, die Entstehung von „Doomsday For Democracy“ zusammen.
Nach dem Intro „The Blending Master“ machen „Rich & Dead“ sowie der Titelsong direkt klar, worum es auf „Doomsday For Democracy“ geht. KOMAHAWK sind ihren Wurzeln treu geblieben und ballern sich durch zehn oldschoolige Songs mit sozialkritischen Texten und der angemessenen Portion Wut im Bauch.
Die Demokratie droht unterzugehen. Mächtige Populisten drängen an die Macht, die Menschen scheinen ihre Freiheit nicht zu erkennen und aufzugeben.
„Die Klampfe klingt jetzt aber arg nach SLAYER“, zuckt es mir bei Song Nummer 4 durch den Kopf – nur um festzustellen, dass das Stück mit dem Titel „Slayer Saves“ versehen wurde. Nachtigall, ick hör´dir trapsen...
Ansonsten dominieren eher Punk- und Hardcore-Klänge. Glattpoliert ist hier nix, vielmehr ist der Gesang von Frontmann „Diggn“ sehr in den Hintergrund gemischt, und die Abwechslung kommt mir insgesamt ein wenig zu kurz. Andererseits aber auch schön, zwischen all den Hochglanzprodukten mal wieder so ein geerdetes, fast schon räudiges Stück Musik aufgetischt zu bekommen.
Wer in den frühen 90ern auf Bands wie D.R.I., CRO-MAGS, aber auch ruppigen Thrash steilgegangen ist und bis heute auf diese Mischung schwört, sollte „Doomsday For Democracy“ auf jeden Fall eine Chance geben. Die Scheibe gibt’s digital sowie als limitierte CD über den Bandcamp-Shop von KOMAHAWK.
„Doomsday For Democracy“ Tracklist:
1. The Blending Master
2. Rich & Dead
3. Doomsday For Democracy
4. Slayer Saves
5. Wrong Way Driver
6. Last Trip
7. New World To Kill
8. Blow On The Coals
9. Unspoken
10. Hellhole
11. Killing Lifegiver
12. The Hope Dies Last
KOMAHAWK Besetzung:
Lars „Diggn“ Groß – Gitarre & Gesang
Halit Sahin – Gitarre
Bernd „Bassbernd“ Janssen – Bass
Björn Geene – Schlagzeug