Donnerstag, 01 Oktober 2026 18:33

Xion - When Stars Collide

Xion - When Stars Collide
    Thrash Metal

    Label: Napalm Records
    VÖ: 11. September 2026
    Bewertung:5/10

    Xion im Web


Die schwedischen Thrasher XION haben mit "When Stars Collide" ihr zweites Album fertig. Aber Moment mal... Ist das noch Thrash? Wem das coole Debüt noch im Ohr klingt, bemerkt: XION haben eine dicke Kelle Heavy-Metal-Melodei hinzugefügt. Ob das gut geht?

Vor allem beim Gesang fällt auf, dass die Schweden größeren Wert auf Eingängigkeit und fist-in-the-air-Refrains legen. Das Organ von Sänger Robin Björk ist dabei genauso rauh wie noch auf dem Vorgänger, hat mittlerweile allerdings die offensichtlichsten Young-Hetfield-Vibes hinter sich gelassen. Und auch die Gitarren legen zweistimmige Leads vor, die an die Klassiker der NWOBHM gemahnen.

Gleichzeitig sind XION noch immer ganz klar im Thrash Metal verwurzelt. Das Riffing ist zwar nicht überkomplex, aber ultra-exakt und oft genug pfeilschnelles Geschrote. Dazu kommen zahlreiche Gniedel-Soli alter Bay-Area-Schule. Wer XION also für ihren sauber und effizient performten Thrash liebgewonnen hat, kann beruhigt aufatmen.

Bleibt die Frage, ob das alles gut geht. Die Antwort: Jein. Grundsätzlich ist XION mit "When Stars Collide" ein starkes Album gelungen, das zwei Welten so gut vereint, dass man den Sound durchaus als zeitlos bezeichnen kann. Was will man mehr?

Allerdings zeigt das Album relativ schnell Abnutzungserscheinungen. Das liegt zum Einen daran, dass vielen der Melodien dann doch das letzte Quentchen Epik fehlt, um wirklich als klassischer Banger im Kopf zu bleiben. Zum anderen heißt klassischer Metal hier: wenig Abwechslung. XION setzen auf klassische Strukturen aus Strophe, Refrain, Bridge, Solo - und ziehen das Konzept mehr als einmal so in die Länge, dass man ungeduldig auf die Uhr schaut. "Burned Onto You" zum Beispiel geht mit über sechs Minuten ins Rennen. Da hätte man gut und gerne zwei abschneiden können und hätte den besseren Song gehabt. Und auch an anderer Stelle neigen XION dazu, noch einen Refrain, noch ein Solo zu bringen. So gelingt ihnen das zweifelhafte Kunststück, dass sich acht Songs und 38 Minuten verdammt lang anfühlen.

Helge

Death Metal, Thrash Metal, Black Metal: immer gerne. Kann ich den ganzen Tag hören. Die störrische Art, unpolitisch sein zu wollen, nervt mich aber an der Metalszene – dabei ist doch alles politisch, auch Schweigen. Für Musik mit Haltung zieht es mich immer wieder zum Punk, vor allem zu melodischem US-Punk und Riot-Grrrl-Sound. Gleichzeitig habe ich einen sweet spot für 80er-Hair-Metal und für vieles, was mich in den 90ern musikalisch sozialisiert hat.

Bands

Amorphis, Amyl And The Sniffers, Bad Religion, Brutus, Cinderella, Dool, Entombed, Gggolddd, Gorefest, Grave, Guns n' Roses, Hail Spirit Noir, Iron Maiden, King Buffalo, Megadeth, Mötley Crüe, My Dying Bride, Obituary, Prong, Sodom, Solbrud, Spectral Wound, The Great Old Ones, Valborg, War On Women, White Ward, ZZ Top, ...

Prägende Alben

AC/DC - Let There Be Rock
Aerosmith - live! Bootleg
Amorphis - Tales From The Thousand Lakes
Bad Religion - Suffer
Benediction - Transcend The Rubicon
Bruce Springsteen - Nebraska
Death - The Sound Of Perseverance
Don Dokken - Up From The Ashes
Eloy - Inside
Genesis - Trespass
Grave - You'll Never See
Guns n' Roses - Use Your Illusion I & II
Kyuss - Welcome To Sky Valley
Megadeth - Rust In Peace
My Dying Bride - The Angel And The Dark River
Ramones - Loco live
Sepultura - Arise
Sodom - Agent Orange
Tankard - Two-faced
Tool - Aenima
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