Und sie haben es schon wieder getan
Genau wie beim letzten Album „Chuparosa“ haben DAILY THOMPSON ihre Moneten zusammengespart, sich ein Flugticket nach Seattle besorgt und gemeinsam mit Tony Reed ihr nun mittlerweile achtes Album aufgenommen. Diesen Einfluss der US-amerikanischen Westluft kann man ebenso wie beim Vorgängeralbum riechen. In den Fußstapfen von Grunge-Größen wie NIRVANA oder PEARL JAM liefert „Glue“ 90er Jahre-Energie, die sowohl alte als auch neue Fans überzeugt.
Wie bereits „Chuparosa“ andeuten ließ, haben sich DAILY THOMPSON noch weiter vom Psychedelic Rock entfernt und scheinen sich nun im modernen Grunge am wohlsten zu fühlen. „Glue“ ist ein energetisches, heavy Album, das aber durch seine allgegenwärtige Melancholie unter die Haut geht und ganz bestimmte nostalgische Neuronen aktiviert.
Zurück in die 90er!
„Glue“ zeichnet sich durch seine Einfachheit aus, die einen schnell auf eine Zeitreise schickt. Tracks wie „Workout“ erinnern an die Melodien von KINGS OF LEON, während „Chains“ oder „Here I Stand“ deutlich weiter zurückreichen und bei PEARL JAM- und NIRVANA-Fans auf große Begeisterung stoßen werden. Mercedes Lalakis’ Gesang fällt hier besonders positiv auf, da er in der Grunge-Umgebung deutlich besser funktioniert als damals auf „Oumuamua“ im psychedelischen Setting. Generell bringen die Tracks mit weiblichem Gesang eine gewisse Frische mit sich, die auch als Doppel-Vocals wie in „Fake A Smile“ stark in Erinnerung bleiben.
„Siam“ und „Lovebugs“ sind unverkennbar die Nachkommen von NIRVANA – ob man darin nun eine Kopie, eine Fortsetzung ihres Sounds oder eine Neuinterpretation sehen möchte. Für mich jedenfalls ist „Glue“ ein Must-Listen-Album für alle Grunge-Fanatiker und zugleich ein weiteres Highlight in der Diskografie von DAILY THOMPSON.
Tracklist
1. Heart Of Bones 03:34
2. Workout 05:17
3. Fake A Smile 04:40
4. Chains 07:59
5. BTK 07:04
6. Here I Stand 05:00
7. SIAM 04:02
8. Lovebugs 05:03