Geschrieben von Montag, 23 März 2026 15:45

KATAKLYSM & VADER im Festsaal Kreuzberg: Death-Metal-Gewitter der Extraklasse

KATAKLYSM live in Berlin KATAKLYSM live in Berlin Fotos: Heiko Becker

Wenn die kanadische Death-Metal-Walze KATAKLYSM zur "Freedom Or Death"-Tour lädt, ist der Festsaal Kreuzberg der logische Anlaufpunkt für alles, was in Berlin Rang und Namen in der Extrem-Szene hat. Am 20. März war die Venue fast bis auf den letzten Platz gefüllt und die Luft brannte schon, bevor der Hauptact überhaupt die Bühne betrat.

Das osteuropäische Beben: VADER als Co-Headliner

Den Abend eröffneten BLOOD RED THRONE, die mit ihrem norwegischen Death Metal bereits für ordentlich Bewegung im Pit sorgten. Doch als VADER die Bühne übernahmen, änderte sich die Atmosphäre schlagartig. Die polnischen Legenden agierten faktisch als Co-Headliner.

Unterstützt von einer lautstarken und treuen Fanbase aus der polnischen Community, peitschten sie ihr Set mit einer Präzision durch den Saal, die keine Fragen offen ließ. Dass sie sich am Ende sogar die eine oder andere Zugabe gönnten, wurde vom Publikum frenetisch gefeiert – ein seltener Luxus für eine Vorband, der die Sonderstellung von VADER unterstrich.

KATAKLYSM: 70 Minuten Northern Hyperblast

Nachdem VADER den Boden bereitet hatten, kamen KATAKLYSM und räumten konsequent alles ab, was an Energie noch übrig war. Die Kanadier fackelten nicht lange: Gut 70 Minuten lang herrschte absolutes Vollgas. Das Set war eine Reise durch den reichhaltigen Katalog aus über 30 Jahren Bandgeschichte – von den frühen Klassikern bis hin zu den wuchtigen Hymnen der neueren Ära.

Crowdsurfer galore in Kreuzberg

Was sich im Publikum abspielte, war ein Metal-Konzert wie aus dem Bilderbuch – in seiner reinsten, ungeschönten Form. Da im Festsaal auf die übliche Barriere und Security vor der Bühne verzichtet wurde, gab es kein Halten mehr: Moshpits, Crowdsurfer und Stagediving galore.

Die Fans enterten regelmäßig die Bühne, um sich im nächsten Moment wieder in die wogende Menge fallen zu lassen. Diese Unmittelbarkeit zwischen Band und Publikum sorgte für eine archaische Energie, die man so nur noch selten in Venues dieser Größe erlebt. Die Band genoss sichtlich die ungefilterte Energie des Berliner Publikums, das jeden Blastbeat und jedes Riff mit purer Hingabe aufsaugte.

Fazit: Ein Abend ohne Kompromisse. Während VADER mit technischer Finesse und massiver Fan-Unterstützung glänzten, bewiesen KATAKLYSM einmal mehr, warum sie seit Jahrzehnten an der Spitze des Genres stehen. Wer gestern nicht schweißgebadet den Festsaal verlassen hat, war nicht wirklich dabei.

Die Bilder von BLOOD RED THRONE von diesem Abend findet ihr hier.

Heiko

Moin!
Ich bin Heiko Becker, Schleswig-Holsteiner von Geburt und seit vielen Jahren Wahlberliner. Musikalisch bin ich in den frühen 90ern groß geworden, mitten im Grunge und in dieser „angezerrten” Gitarrenmusik, die damals alles auf den Kopf gestellt hat. Nirvana, Guns N’ Roses, AC/DC, Pearl Jam, Foo Fighters, Machine Head, Pantera, Slayer, Metallica, Paradise Lost und Sick Of It All haben mich geprägt und lassen mich bis heute nicht los. Dazu kommen Rap, Hip-Hop und Songwriter, die mich genauso packen, solange die Musik handgemacht ist und etwas in mir auslöst.

Jahrelang habe ich mir als ganz normaler Besucher den Staub oder Schlamm von Roskilde, Wacken, Hurricane und Dynamo Open Air aus den Klamotten geschüttelt. Seit 2024 stehe ich dort endlich auf der anderen Seite des Grabens: als akkreditierter Fotograf, direkt vor der Bühne, mit der Kamera im Anschlag.Genau da fange ich Momente ein, die man nicht planen kann und die man nie wieder vergisst.

Für mich ist Musik vor allem eins: Gefühl. Ob mittendrin im Publikum oder hinter dem Sucher, am Ende zählt, dass sie unter die Haut geht und hängen bleibt.

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